Die Familie - Brüder Grimm - Grimm-Jahr 2014
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Brüder Grimm

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Die Familie

Die Eltern, Philipp Wilhelm Grimm und Dorothea Grimm, geb. Zimmer, © Stadt Hanau Bild vergrößern
Die Eltern
© Stadt Hanau

Jacob (* 1785) und Wilhelm (* 1786) waren die ältesten Söhne der Dorothea Grimm, geborene Zimmer, und des Hanauer Juristen und späteren Steinauer Amtmannes Philipp Wilhelm Grimm.

In Hanau brachte Dorothea Grimm insgesamt neun Kinder zur Welt, drei von ihnen starben im Kleinkindalter. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1796 nahm sich Henriette Philippine Zimmer, die ältere Schwester der Dorothea Grimm und Hofdame am landgräflichen Hof in Kassel, der Familie an. Ihre Sorge galt in erster Linie der Schulbildung der beiden ältesten Neffen, doch auch zur Sicherung des Lebensstandards der Rest-Familie trug sie, aus eigenen Ressourcen wie durch Fürbitte bei der Landgräfin, ihr Scherflein bei.

1805 zog Dorothea Grimm mit ihren jüngeren Kindern nach Kassel, die Brüder zogen nach ihrem Studium ebenfalls in die mütterliche Wohnung. Nach dem Tod der Mutter im Mai 1808 oblag Jacob und Wilhelm, von der Tante Zimmer unterstützt, die Sorge für die Geschwister: den 21-jährigen Carl Friedrich (* 1787), den um ein Jahr jüngeren Ferdinand Philipp (* 1788), den achtzehnjährigen Ludwig Emil (* 1790) und das Nesthäkchen Charlotte Amalie, genannt Lotte (* 1793), die sich nun, obwohl erst fünfzehnjährig, in die Kunst der Haushaltsführung einarbeiten musste.

Schwester "Lotte"
Als Jacob und Wilhelm Grimm 1814 in Kassel eine Wohnung in der nördlichen Torwache bezogen, zog Lotte mit ihnen, um für ihr leibliches Wohl zu sorgen – bis sie 1822 den Obergerichtsrat und späteren kurhessischen Minister Daniel Ludwig Friedrich Hassenpflug heiratete.

Erst der Fortgang der Schwester hat Jacob und Wilhelm Grimm offensichtlich veranlasst, sich mit dem Gedanken an eine eigene Ehe zu beschäftigen. 1825 hielt Wilhelm dann um die Hand der Apothekertochter Dorothea ("Dortchen") Wild an, eine Nachbarin und Freundin der Familie, zudem Beiträgerin zahlreicher Märchen. Sie wusste von Jacobs Wunsch, sich nie von seinem Bruder zu trennen. Sie hat ihre "zwei Männer", wie sie das aparte Arrangement bisweilen mit sanfter Ironie bezeichnete, bis zu deren Tod hingebungsvoll betreut.

Aus der Ehe zwischen Wilhelm und "Dortchen" ging unter anderem Herman Grimm (* 1828) hervor, ein bedeutender Kunsthistoriker und Publizist des 19. Jahrhunderts, dem die Nachwelt wesentliche Einsichten in den Alltag seiner berühmten Vorfahren verdankt.

Der "unbekannte" und der "Malerbruder"
Im Grimmschen Haushalt lebte zeitweise auch Ferdinand Philipp, der sich, paradoxerweise, als der "unbekannte Bruder" einen Namen gemacht hat. Er half seinen berühmten Brüdern bei der Sammlung von Sagen, veröffentlichte aber auch drei eigene Sammlungen unter Pseudonymen. Ludwig Emil Grimm, der "Malerbruder", der bereits an der Zeichenakademie in Hanau eingeschrieben war und der 1808 nach München zog, um das Kupferstechen und Radieren zu lernen, kehrte 1814 nach Kassel zurück, wo er vom Geschwistertrio gastfreundlich aufgenommen wurde. Mit Gerhardt Wilhelm von Reutern gründete er 1825 die Willingshäuser Malerkolonie, die älteste Künstlervereinigung in Europa. 1832 heiratete er; im selben Jahr erhielt er die lang ersehnte Anstellung als Professor und Lehrer der historischen Malklasse an der "Akademie der Bildenden Künste" in Kassel.

Als Jacob und Wilhelm 1837 aus Göttingen verwiesen wurden, gewährte Ludwig Emil seinen Brüdern Exil. Von Ludwig Emil stammen zahlreiche gestochene oder gezeichnete Genreszenen, die Einblick in das Leben der Familie geben; er hat 1843 auch das berühmte Doppelporträt seiner Brüder geschaffen, das heute im Eigentum des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V. ist und das im Juni 2012 anlässlich des 200. Geburtstags der Märchensammlung gar eine 10-Euro-Gedenkmünze schmücken wird.

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